Pflegebedürftigkeit

11.04.2024
Ausgabe 2/2024
3 min. Lesedauer

Die medizinische Versorgung älterer und pflegebedürftiger Drogenkonsumierender lässt viele Wünsche offen. Yannick Steinrück und Ina Amberg, staatlich anerkannte Sozialarbeitende in Hessen, berichten im 10. Alternativen Drogen- und Suchtbericht 2023 über die Versorgungssituation und soziale Lage älterer und pflegebedürftiger Menschen in der niedrigschwelligen Frankfurter Suchthilfe (online unter iww.de/s10099). Ursula Katthöfer (textwiese.com) fragte Yannick Steinrück, wie Substitutionsmedizin und Drogenhilfe die Situation verbessern können.

Synthetische Opioide

11.04.2024
Ausgabe 2/2024
1 min. Lesedauer

Bei einer Personenkontrolle Ende 2023 stellte die Münchner Polizei Heroin sicher, das mit Carfentanyl verunreinigt war. Es wird in der Veterinäranästhesie angewandt, um z. B. Elefanten zu betäuben, besitzt eine 7.500-fach stärkere analgetische Wirkung als Morphin und gilt als gefährlichste Droge der Welt. In Europa wurde mit Carfentanyl verunreinigtes Heroin in den vergangenen Jahren mehrmals sichergestellt. Die Europäische Drogenbeobachtungsstelle EMCDDA meldete mehrere Dutzend Todesfälle u. a. in Belgien, Estland, Norwegen, Schweden und Großbritannien.

Komorbidität

11.04.2024
Ausgabe 2/2024
3 min. Lesedauer

Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) kommen bei Heroin-Konsumierenden deutlich häufiger vor als in der Allgemeinbevölkerung. Das Risiko, an Atemwegserkrankungen zu sterben, ist hier etwa 10- bis 15-fach erhöht. Die COPD als gesundheitliche Komplikation des Heroinkonsums wird – anders als z. B. Hepatitis C – jedoch häufig vernachlässigt, obwohl sie das Risiko einer tödlichen Überdosierung erhöht und sich negativ auf die Lebenserwartung auswirkt. Häufig wird die Erkrankung bei Drogenabhängigen nicht erkannt und damit auch nicht adäquat behandelt, wie Prof. Dr. Shane Darke von der University of New South Wales in Kensington, Australien darstellt.

Betäubungsmittelverkehr

11.04.2024
Ausgabe 2/2024
4 min. Lesedauer

Einer Apothekerin wurden mehrere Verstöße gegen Vorschriften des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) in Gestalt der nicht ordnungsgemäßen Nachweisführung vorgeworfen. Dieser Verstoß gegen Vorschriften, die in erster Linie der Überwachung des BtM-Verkehrs und im Fernziel dem Gesundheitsschutz dienen, ist für sich allein genommen aber nicht ausreichend, um eine hinreichende Wahrscheinlichkeit für eine konkrete Gesundheitsgefahr zu begründen (im Sinne dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, § 64 Abs. 4 Nr. 4 Arzneimittelgesetz [AMG]) und damit eine vorläufige Schließung der beiden Apothekenfilialen der Apothekerin zu rechtfertigen, so das Verwaltungsgericht [VG] München mit Beschluss vom 02.01.2024 (Az. M 26b E 23.5834).

Zukunft der Substitution

06.02.2024
Ausgabe 1/2024
4 min. Lesedauer

Drogenkonsumräume (DKR) können helfen, Menschenleben zu retten. Das zeigen die Erfahrungen u. a. aus Berlin, Frankfurt und dem Ruhrgebiet. In Bayern hingegen sperrt sich die Staatsregierung seit Jahren gegen DKR. Das soll sich in Nürnberg ändern. Dort plant der Verein mudra - Alternative Jugend- und Drogenhilfe Nürnberg e. V. (mudra-online.de) gemeinsam mit dem Klinikum Nürnberg eine niedrigschwellige Substitution in Kombination mit geschütztem Konsum. Norbert Wittmann ist Teil des geschäftsführenden Vorstands von mudra. Ursula Katthöfer (textwiese.com) fragte ihn nach dem Modellprojekt.